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Frog Talk: Wie gelingen Kooperationen unter Selbstständigen?

Frog Talk: Wie gelingen Kooperationen unter Selbstständigen?

Caroline und Steffi gründeten 2016 Soul Rebel Coaching. In Workshops und Coachings helfen sie lebenshungrigen Selbstständigen aus der Comfortzone in die Actionzone zu kommen und mit Verbundenheit und Leidenschaft durchzustarten. Im Gegensatz zu eingestaubten Beratern und verbissenen Einzelkämpferinnen, leben sie in ihrem eigenen Business vor, wie Zusammenarbeit mit Herz und Freude funktioniert.
Alleine kann Arbeiten ziemlich hart sein. Deswegen bringt die Frog List Freiberufler zusammen, damit sie sich gegenseitig austauschen und unterstützen. Getreu dem Motto: Kooperation anstatt Konkurrenz. Ihr habt 2016 gleich alles auf eine Karte gesetzt und gemeinsam gegründet.

Wieso habt ihr euch entschieden zusammen das Coaching Business aufzubauen? Welche Bedenken hattet ihr?

Caro: Ich hatte vor Soul Rebel Coaching bereits ein gemeinsames Projekt aufgebaut und friedlich wieder beendet. Meine Vorerfahrung war davon geprägt. Ich hatte im Projekt davor viel Zeit und Energie investiert, bis wir gemeinsam feststellten, dass wir andere Erwartungen hatten und Vorstellungen verfolgten. Deshalb war es mir bei Soul Rebel Coaching wichtig, mich sicher zu fühlen. Verbindlichkeit und Abgleich der gegenseitigen Erwartungen waren mir sehr wichtig. Ich musste wieder Vertrauen entwickeln, dass der Aufbau eines Business zu zweit auch gelingen kann.

Wie lange hat es gedauert, bis ihr gesagt habt: „Jetzt vertrauen wir uns 100%“?

Steffi: Es hat bei mir etwas gedauert, bis ich mich innerlich auf den Gedanken eingelassen hatte, gemeinsam etwas mit Caro aufzubauen. Ich wollte zwar von Anfang an eine Sparringspartnerin, doch wie eng das alles werden sollte, hatte ich mir nicht überlegt. Es war also für mich ein Prozess des mich Einlassens und vor allem auch von Vertrauen aufbauen. Ich mache Dinge gern selbst und damit auch allein, weil ich dann weiß, was ich bekomme und mich auf mich verlassen kann. Caro und ich haben uns Stück für Stück immer mehr miteinander verbunden und Vertrauen aufgebaut. Im Prozess hab ich dann gespürt, dass mir das echt gut tut, mich so eng an jemanden zu binden. Ein unterbewusstes Bedenken war also wahrscheinlich ähnlich wie bei Caro.

Thema Zusammenarbeit und Kooperation: Wie setzt ihr persönlich das ganz praktisch im Alltag um?

Steffi: Wir achten bei Kooperationen darauf, dass wir ähnliche Werte haben, wie die PartnerInnen. Lieber wenige und dafür gute Kooperationen, als beliebig viele. Es lohnt sich also, genau hin zu sehen und gut auszuwählen. Wir haben viel ausprobiert, in die verschiedensten Richtungen, und immer wieder festgestellt, dass die Arbeit so leicht laufen kann, wenn man sehr ähnliche Grundeinstellungen hat. Menschen, die uns inspirieren, schätzen wir als PartnerInnen am meisten. Ich denke, alles andere macht langfristig auch wenig Sinn.

 

Über welche Tools kommuniziert ihr miteinander?

Steffi: Was unsere Zusammenarbeit angeht, nutzen wir im Alltag vor allem Whatsapp- Sprachnachrichten für den Austausch. Es vergeht eigentlich kein Tag, an dem wir nicht in Kontakt sind. Sprachnachrichten haben sich da als besonders gut für uns heraus gestellt: Wir können die Nachrichten dann abhören, wenn es für uns passt und das beliebig oft. Man könnte fragen „warum telefoniert ihr denn nicht?“. Am Telefon würden wahrscheinlich bei vielen Themen Diskussionen entstehen. Bei Sprachnachrichten hören wir uns alles in Ruhe an, gehen ins uns und antworten bewusster, als am Telefon. Bei vielen Themen hat sich dieser Abstand als sehr förderlich erwiesen. Wir tippen auch Überschriften über die Sprachnachrichten, um zu strukturieren und der anderen anzuzeigen, worum es inhaltlich gehen wird.

Und wie plant ihr gemeinsam eure Projekte?

Steffi: Wir nutzen kein Planungstool, abgesehen natürlich von unseren eigenen Kalendern. Bei uns läuft die gemeinsame Planung über eine selbst gebaute Agenda in unseren Emailentwürfen, die wir gemeinsam mit Inhalten bespielen. So wissen wir, was an unseren Bürotagen ansteht. Dazu schreiben wir in einem Emailentwurf all unsere gemeinsamen Bürotage mit Tag und Datum auf und darunter, was jeweils ansteht und wieviel Zeit wir dafür einplanen. Das sind dann beispielsweise so aus:

Montag, 05. Februar

  • Gemeinsamer Check-In (30)
  • Besprechung Homepage
  • Coaching XY
  • Workshop vorbereiten

Wie sieht es aus mit der Trennung zwischen beruflichen und privaten Themen?

Caro: Für uns ist es auch wichtig, dem was uns privat bewegt und beschäftigt genug Raum zu geben. Das tut unserer gemeinsamen Arbeit sehr gut. Steffi und ich haben die Haltung, dass wir immer als ganze Menschen da sind – im Privaten und Beruflichen. Beides beeinflusst sich gegenseitig. Geht es mir privat nicht gut, hat das auch auf meine und unsere Arbeit  Einfluss. Durch’s gegenseitige Öffnen haben wir die Möglichkeit, Verständnis füreinander zu entwickeln und auch entsprechend unsere Aufgaben anzupassen.

Habt ihr da eine spezielle Routine?

Caro: Wir haben dazu eine feste Routine für unsere Bürotage entwickelt, die unsere Beziehung stärkt: Nachdem wir beide angekommen und aufnahme- und arbeitsbereit sind, teilen wir der anderen mit, was sie gerade von uns wissen sollte – Positives und Negatives. Dazu orientieren wir uns an den Fragen:

    • Wie geht es mir?
    • Wie fühle ich mich?
    • Was beschäftigt mich gerade?
    • Was ist mir heute wichtig?

Das Ganze hat einen zeitlichen Rahmen von etwa 15 Minuten. Das genügt in der Regel, um dem Privaten genug Raum zu geben und begrenzt gleichzeitig sinnvoll, damit wir danach entsprechend weiterarbeiten können.


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Ihr bietet für (angehende) selbstständige Frauen den EMPOWERMENT CIRCLE an, in dem ihr Selbstständigen zeigt, wie sie es schaffen authentisch und erfolgreich für ihr Business loszugehen.

Wieso fällt es vielen Selbstständigen so schwer mit 100% Überzeugung loszulegen?

Steffi: In der Selbständigkeit steht das Selbst im Zentrum: Die Haltung, die Du zu dir und deinem Angebot hast, entscheidet zu einem großen Teil über deinen Erfolg. Denkst Du heimlich und unbewusst „ich bin nicht gut genug“, wirst Du dich unterbewusst immer wieder sabotieren und so dich und dein Geschäft aufhalten. Du gehst dann nicht richtig los, weil Du unterbewusst die Überzeugung hegst, dass das doch eh nix wird und überhaupt, niemand dich und dein Produkt braucht. Es gilt also genau hinzusehen, auch in die dunklen Ecken des Selbst. In einer Anstellung kannst Du es dir vielleicht erlauben, destruktive Muster zu hegen, in der Selbständigkeit hängt dein Geldbeutel dran. Das hat ganz andere Auswirkungen. Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen sind essentiell. Klar, man braucht auch ein gutes Konzept und einen Plan, Marketing etc. aber ohne eine starke Selbstbeziehung nutzt das alles wenig, weil das innere Fundament nicht steht. Mit dem Fundament und der inneren Klarheit kommt dann auch die Kraft und die Erkenntnis: „Hej, ich hab echt was zu geben! Also schick ich das Zeug jetzt raus in die Welt.“

Aus der Erfahrung mit meinen Froggern weiß ich, dass auch oft das Umfeld nicht immer zum Fanclub Nummer 1 gehört. Das kann eine riesige Hürde sein. Was ist der Grund dafür?

Caro: Selbstständigkeit wird in unser Arbeitswelt auch eher verhindert als gefördert. Denkst Du daran, dich selbstständig zu machen, bist Du oft in einer Minderheit. Du wirst immer viel mehr Menschen finden, die dir ein sozialversicherungspflichtiges Anstellungsverhältnis nahe legen. Willst Du selbstständig arbeiten, unternehmerisch wirken, dann kann das also schon auf dein Umfeld rebellisch wirken. Das nagt natürlich an einem und erfordert besonders viel Stärke, Willen und Überzeugung. Und den Mut, andere Wege zu gehen und Neues auszuprobieren.

Ich denke, als Selbstständige bist Du immer wieder konfrontiert mit dem Gedanken, ob Du nicht lieber doch den einfachen Weg (der Festanstellung) hättest wählen sollen, weil dir dein Umfeld spiegelt, dass das die „cleverere“ Alternative wäre.

Was ist der Weg aus dieser Zwickmühle?

Gerade dann gilt es aber, innere Stärke aufzubauen, sich klar auszurichten und sich selbst mit den eigenen Sehnsüchten ernst zu nehmen. Das kostet Kraft.

Im EMPOWERMENT CIRLCE arbeiten die Teilnehmerinnen deshalb an ihrer inneren Stärke und sie lernen überzeugt und authentisch für sich, ihre Ideen und ihr Business einzustehen. Und sie sind dabei in einer Gruppe Gleichgesinnter, erleben Bestärkung und Zuspruch- oft für viele, ganz neue und positive Erfahrungen.

Was ist eure wirksamste Übung, um aus der Komfortzone herauszukommen?

Steffi: Mich inspirieren Vorbilder und eine klare Vision von der Frau, die ich sein will. Diese Vision wirkt anziehend auf mich und schubst mich quasi aus der Komfortzone. Als ich nach Berlin gezogen bin, wohnte ich in einer WG. Das war super und ich habe es geliebt! Doch ich wusste auch, eines Tages will ich wie diese eine Bekannte von mir sein, die alleine wohnt, die volle Verantwortung für alle Wohnbelange trägt und ihr Ding macht. Als es darum ging, die Wohnung alleine zu übernehmen, weil sich die WG aufgelöst hat, hab ich mich gefragt: Kann ich mir das finanziell überhaupt leisten? Ich hatte Schiss davor, plötzlich für ALLES komplett alleine verantwortlich zu sein. Aber ich wusste, welche Art von Frau ich sein wollte und hab die Wohnung alleine übernommen, trotz der Bedenken. Und es hat alles wunderbar geklappt. Ich lebe das, was ich in der Bekannten damals gesehen habe und fühle mich erfüllt davon, bin glücklich. Jetzt baue ich mir eine neue Vision auf 😉

Und dein Trick Caro? Was machst du, wenn du zögerst?

Caro: Aussprechen, ausprobieren, machen. Ich habe gemerkt, dass es für mich nicht so viel bringt, lange im Denken zu bleiben. Ich frage mich: wie würde ich gern idealerweise die Situation lösen. Und dann fühle ich mich besser, wenn ich dies dann möglichst auch so umsetze. Ein Beispiel: Früher habe ich es beispielsweise konstant vermieden, zu telefonieren. Das passte jedoch irgendwann nicht mehr mit meiner eigenen Vision von mir selbst überein. Denn eine selbstbestimmte und mitten im Leben stehende Frau, greift auch gern zum Hörer, weil sie Dinge klären will. Mit jedem Mal telefonieren wurde ich mehr zu dieser Frau.

Was macht ihr, wenn ihr merkt, dass ihr euch vor einer Aufgabe drückt?

Caro: Ich vereinbare dann mit mir selbst, dass ich mich wenigstens für 10 Minuten an diese Aufgabe setze. Meistens wird es dann automatisch mehr, weil ich während der 10 Minuten oft mehr und mehr Lust am Tun und an der Aufgabe bekomme.

Steffi: Ich schließ mich an.

 

Wenn ihr eine Postkarte mit nur einem Satz an alle Selbstständigen schicken könntet, welchen Satz würdet ihr wählen?

Steffi: Soul Rebel und gut is. 😉

Caro: Das kann auch nach vorne losgehen.

Wo können euch die Frog Blog Leser finden?

www.soulrebelcoaching.de

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www.facebook.com/soulrebelcoaching/

Und in Berlin, da haben wir unsere Räume in der Coaching Spirale, Berliner Straße 53, 10713 Berlin