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Wenn du dein eigenes Business hast, kennst du bestimmt das Gefühl, dass gerade einfach gar nichts voran geht. Nichts läuft so, wie du es geplant hast und du kannst dir im Leben nicht vorstellen, dass du irgendwann bei deiner Vision ankommst.

Wir Selbstständigen machen eine Visionsübung nach der anderen, malen uns unsere erfolgreiche Zukunft aus und die Realität sieht einfach nur…naja, halt realistisch aus.
Zumindest fühlt sich mein Herzensprojekt meistens auch eher nach Arbeit an. Ab und zu gibt es Glanzpunkte, die mich erahnen lassen, dass ich in die richtige Richtung laufe.

Meine Geschichte

Heute bin ich als selbstständige Desig Thinking Beraterin unterwegs. Aber vor ein paar Jahren hatte ich zuerst mit zwei Kollegen die Beratungsfirma openmjnd gegründet. Wir gaben Firmen unsere ersten Design Thinking Workshops.

Wir waren noch ganz am Anfang und hatten bei jedem Workshop Angst, dass die Teams nicht auf gute Ideen kommen oder in der Diskussion stecken bleiben.

Nach außen haben wir die lustigen Moderatoren gespielt und in der Mittagspause haben wir uns in der Toilette versteckt, gegenseitig panisch angeschaut und gehofft, dass die Lösungen der Teams am Ende gut werden. Wir hatten echt Schiss, dass jemand sagt: “Verschwindet, ihr Wichtigtuer! Wir haben bei eurem Ideenworkshop nicht eine einzige gute Idee herausbekommen!”

Der Design Thinking Process

Im Design Thinking gibt einen sechsstufigen Prozess, den wir durchlaufen, um auf innovative Ideen zu kommen. Die erste Hälfte des Prozesses ist der PROBLEMRAUM und die andere Hälfte der LÖSUNGSRAUM.

image of the design thinking process

Wir beschäftigen uns beim Design Thinking fast 70% der Zeit damit, das eigentliche Problem hinter der Aufgabenstellung zu identifizieren und nur 30% damit, eine Lösung zu finden.

„Wenn ich eine Stunde Zeit hätte ein Problem zu lösen, würde ich 55 Minuten über das Problem und 5 Minuten über die Lösung nachdenken.“
– Albert Einstein

Das Problem am PROBLEMRAUM ist, dass er sich für uns Menschen ziemlich unsicher anfühlt. Wir wollen schnell Lösungen finden, das Resultat sehen – denn darauf wurden wir jahrelang in der Schule und im Berufsleben trainiert!

Wenn unsere Teams im Design Thinking Workshop noch im Problemraum waren, dann hatten sie tiefe Falten auf der Stirn und waren nicht happy. Das Team fühlte sich unwohl und wollte diese Unsicherheit, die mit dem Problemraum verbunden ist, einfach nicht wahrhaben.

Sobald sie aber in den Lösungsraum kamen und angefangen haben mit Post-Its wilde Ideen an die Wand zu werfen und bunte Prototypen zu bauen, löste sich direkt die Stimmung und jeder – wirklich jeder – Workshop, war für die Firmen ein Erfolg.

Dieser Design Thinking Prozess funktioniert einfach hundertprozentig!

Vertrauen in den Prozess aufbauen

Wir als junge Coaches brauchten fast zehn Workshops, um zu verstehen, dass wir keine Angst haben brauchen, dass keine Lösung herauskommt, weil es wirklich immer funktionierte.

In dieser Zeit entwickelten wir den Spruch: Trust the Process!

Okay, um ehrlich zu sein sagten wir uns immer: Trust the fucking Process!

In der Pause, wenn einer von uns zweifelte, haben die anderen beiden ihm einfach nur “Trust the fucking Process!” entgegen geworfen, und damit war die Sache gegessen.

Wir als openmjnd Team meinten damals wirklich den “Design Thinking Prozess”, aber das Konzept lässt sich eben auch auf dein Leben und dein Business übertragen!

Der Transfer vom Workshops in den Alltag

Wir befinden uns als Selbstständige und Gründer in ständiger Unsicherheit, wie unsere Zukunft verlaufen wird. Wir kennen noch nicht all die tollen Ideen, Kurse, Projekte, die wir in Zukunft starten werden. Weil wir leider keine Zeitmaschine besitzen. Wir befinden uns die meiste Zeit in diesem unsicheren Problemraum.

Wie oft hocke ich zuhause rum und denke mir: “Das wird nie was! Das kann gar nichts werden!” Ich habe Angst, dass ich komplett in die falsche Richtung renne und meine Vision niemals erleben werde. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich eine Lösung finden werde.

In diesen Momenten erinnere ich mich an mein altes Team, wie wir in der Toilette standen und uns gegenseitig mit “Trust the fucking Process” beruhigten.

Der Prozess der Selbstständigkeit kann richtig hart sein oder auch Spaß machen, aber solange wir unsere Vision kennen, bleibt uns nichts anderes übrig als diese zu halten und dem Prozess zu vertrauen. In dem Sinne:

Hold the vision trust the process image

Nun zu dir: Traust du dem Prozess? Wie gehst du mit dem Gefühl um, dass du in die falsche Richtung rennst? Schreibe mir in den Kommentaren!