In der Reihe „Frog Friends“ kommen Frogger aus der Community mit einem Gastartikel zu Wort. Vanessa Beyer ist Froggerin der ersten Stunde, Schreib-Mentorin, Texterin und arbeitet selbstständig und sehr erfolgreich von ihrem Home Office aus. In diesem Artikel erzählt sie uns, wie wir durch die richtige Wortwahl produktiver werden. Ich finde ihre Tipps faszinierend und bin schon fleißig am anwenden. Viel Spaß!

5 Tipps, wie du mithilfe deiner Sprache produktiver wirst

Trello, Pomodoro-Technik, Super Foods, … – Es gibt so viele Tools und Tricks für mehr Produktivität. Dabei übersehen wir die einfachste und naheliegendste Hilfe häufig: unsere eigene Sprache!

Besonders die Worte und Sätze, die wir tagtäglich denken und sagen, haben einen entscheidenden Einfluss darauf, wie wir uns fühlen und handeln.

„Worte können nicht nur unsere Gefühle, sondern auch unsere Handlungsbereitschaft auslösen. Und unsere Handlungsweisen bestimmen die Ergebnisse, die wir im Leben erzielen.“ – Tony Robbins

Wie du die Kraft deiner Sprache auch für einen produktiven Arbeitsalltag anwendest? Fünf meiner liebsten und wertvollsten Tipps möchte ich hier gerne mit dir teilen.

1. Negationen: Denke lösungsorientiert

Was fällt dir an den nachfolgenden Sätzen auf?

Ich will nicht zu spät kommen.

Ich werde keinen Stress haben.

Ich werde mich heute nicht ablenken lassen.

Das ist alles total unproblematisch.

Diese Aussagen sind negativ formuliert und die Aufmerksamkeit liegt immer noch auf zu spät kommen, Stress, ablenken lassen und problematisch. So denkst du automatisch in die falsche Richtung.

Wovon möchtest du in deinem Arbeitsalltag (und Leben) mehr haben: Probleme oder Lösungen? – Dann sprich auch entsprechend.

Mit Verneinungen (nicht, kein, un-) laden wir Probleme in unser Leben ein. Wenn wir unsere Absicht positiv formulieren, haben wir den richtigen Fokus. Unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen werden sich entsprechend danach richten.

  • Ich will nicht zu spät kommen. Besser: Ich komme rechtzeitig.
  • Ich werde heute keinen Stress haben. Besser: Ich werde heute mit Leichtigkeit und Ausgeglichenheit durch den Tag gehen.
  • Ich werde mich heute nicht ablenken lassen. Besser: Ich bleibe heute fokussiert bei meinen Aufgaben.
  • Das ist alles total unproblematisch. Besser: Ich habe die richtigen Lösungen.

Erkennst du den Unterschied?

Natürlich gibt es auch Situationen, in denen eine Verneinung angebracht ist. Wähle sie jedoch bewusst.

2. Personalpronomen „ich“: Übernimm Verantwortung

Ist dir auch schon einmal aufgefallen, dass uns im Alltag häufig so etwas rausrutscht, wie beispielsweise: „Beantworte schnell die E-Mail. Komme gleich. Drucke nur noch die Präsentation aus.“

In diesen Aussagen fehlt das Personalpronomen.

Mit einem deutlichen Ich bringst du dir mehr Verantwortung, Klarheit, Überzeugung und vor allem Wertschätzung entgegen.

Was denkst du, warum sich einige in ihren Sätzen vergessen? Häufig liegt es daran, dass sie sich auch in ihren Gedanken und Plänen übersehen – in ihrem Leben.

Ein produktiver Arbeitsalltag hängt allerdings auch davon ab, wie viel Aufmerksamkeit wir uns selbst in Form von Pausen, Ernährung, Bewegung, Weiterbildung schenken. – Handelst du dahingehend schon verantwortungsbewusst?

Ich beantworte die E-Mail. Ich komme gleich. Ich drucke noch die Präsentation aus.

3. Müssen, wollen und möchten: Triff Entscheidungen

Kennst du diese Tage, an denen dein Terminplaner voll ist und du nicht weißt, wie du alles schaffen sollst?

In solchen Situationen verfallen wir oft in ein Muster, in dem wir sagen: Ich muss dies, ich muss das, ich muss jenes.

Mit dem Wort müssen bringst du dich in eine negative Stimmung aus Druck, Zwang und Erwartungen. Und mal ehrlich: Stimmt das denn? Musst du? Oder willst und möchtest du?

Natürlich gibt es in unserer Selbstständigkeit Aufgaben, die wir tatsächlich machen müssen. Doch vielmehr wollen und möchten wir das, was wir machen.

Diese bewusste Wortwahl hilft dir außerdem, deine Vorlieben zu hinterfragen, Aufgaben anzupassen und ggf. zu delegieren. Und noch viel wichtiger: Deine Sprache hilft dir dabei, Entscheidungen für dich und dein Unternehmen zu treffen.

Ein Beispiel aus meinem eigenen Arbeitsalltag:

Mitte/Ende letzten Jahres fiel mir auf, dass ich meine Textaufträge oft mit dem Wort müssen in Verbindung brachte. Ich nahm mir einen Moment und blickte bewusster in meinen Terminplaner: Ich hatte mehr Textaufträge als Schreib-Mentorings.
Ich mag meine Textaufträge. Noch mehr liegen mir allerdings die Mentorings am Herzen. Denn hier begleite ich meine Kunden dabei, Klarheit, Leichtigkeit und Liebe in ihrer Geschichte, in ihrer Selbstständigkeit und in ihren Worten zu finden.
Das Wahrnehmen des Wortes müssen und die Erkenntnis halfen mir, meinen Fokus zu ändern. Seit ich mehr Mentorings gebe, texte ich auch wieder lieber und bin insgesamt zufriedener.

4. Zeitformen: Achte auf deine Zeit

Gegenwart und Zukunft: Schenke dir mehr Zeit

Egal, ob wir jetzt etwas machen oder für später planen, laut unserer Sprache sind wir häufig im aktuellen Moment.

Ich halte (gerade) einen Workshop.

Ich halte (nächste Woche) einen Workshop.

Obwohl wir uns in zwei unterschiedlichen Zeitebenen befinden, nutzen wir für die Gegenwart und die Zukunft das Präsens.

Wenn wir immer alles im Jetzt formulieren, nimmt unser Unterbewusstsein auch an, dass es gerade so sei. So stopfen wir die Gegenwart mit unseren Plänen voll und fühlen uns gestresst, gehetzt und überfordert.

  • Präsens: Ich halte gerade einen Workshop.
  • Futur: Ich werde nächste Woche einen Workshop halten.

Integriere das Futur wieder in deinen Alltag. So schenkst du dir im Hier und Jetzt mehr Freiheit, Kraft und Leichtigkeit.

Vergangenheit: Lass los

Ähnlich ist es auch, wenn wir über etwas Vergangenes sprechen. Wir verwenden in der Regel die Zeitform Perfekt: Ich habe gestern das Projekt für den anstrengenden Kunden gemacht.

Die Handlung liegt in der Vergangenheit und dennoch wirkt sie in diesem Satz noch recht präsent und lebendig, oder? Das Perfekt wird auch als „vollendete Gegenwart“ bezeichnet.

Das kannst du ändern, indem du das Präteritum verwendest. Diese Zeitform beschreibt eine abgeschlossene Handlung bzw. ein abgeschlossenes Ereignis in der Vergangenheit.
Wenn das Ereignis noch weiter in der Vergangenheit liegt, kannst du auch im Plusquamperfekt reden. Diese Zeitform wird auch „vollendete Vergangenheit“ genannt.

  • Präteritum: Ich machte gestern das Projekt für den anstrengenden Kunden.
  • Plusquamperfekt: Ich hatte das Projekt für den anstrengenden Kunden letztes Jahr gemacht.

Mit diesen Formulierungen schaffst du Distanz, lässt diese Aufgabe los und befreist dich zugleich von negativen Gefühlen.

5. Schnell, irgendwie, einfach: Handle bewusst

Es gibt bestimmte Worte in unserem Alltag, die wir denken oder sagen, obwohl wir sie gar nicht meinen. Wir verwenden sie unbewusst, und dennoch haben sie eine negative Wirkung auf uns.

  • schnell wirkt hektisch und dringend
  • irgendwie und eigentlich wirken unentschlossen und unklar
  • einfach und eben mal wirken unachtsam und abwertend

Diese Worte beeinflussen unser Gemüt. Und so, wie wir denken und fühlen, handeln wir auch. Das bedeutet, wir werden eine Aufgabe hektisch, unklar und unachtsam erledigen, wenn wir sie entsprechend benennen.

Ein Beispiel: Ich bereite den Vortrag irgendwie vor. – Bereitest du ihn tatsächlich irgendwie vor oder hast du ein Konzept bzw. wünschst du dir eins?

Anders ist es, wenn du sagst: Ich frage schnell nach. Hier drückt schnell die Eile und Dringlichkeit aus. Das hilft dir, dich darauf zu fokussieren, eine rasche Antwort zu erhalten.

Achte gerne darauf, ob du eins dieser Worte im Alltag verwendest und ob sie an diesen Stellen berechtigt sind. Sei dabei liebevoll mit dir und gehe Wort für Wort vor.

Zusatztipp, um mit den richtigen Worten deine Produktivität zu erhöhen:

Die Sprache selbst unterstützt uns häufig wortwörtlich, wenn wir unsere Worte bewusst wahrnehmen.

  • über-legen: Wenn wir zu viel überlegen, legen wir etwas über (die Idee). – Komm ins Handeln!
  • heraus-fordern: Herausforderungen fordern uns, damit wir aus der aktuellen Situation heraus treten. – Nimm sie wahr!
  • Er-folg: Der Erfolg erfolgt auf etwas. – Tu also etwas dafür!

Faszinierend, oder?

Nimm dir einen Tipp nach dem anderen vor. Freu dich, wenn du in Gedanken oder beim Reden beispielsweise über eine Verneinung oder müssen stolperst.

Denn die Tatsache, dass du dir dessen bewusst bist, ist der wichtigste Schritt für mehr Produktivität, Leichtigkeit, Vertrauen und für deinen Erfolg!

Welchen Rat wirst du als erstes umsetzen? Ich wünsche dir viel Freude dabei!


Vanessa Beyer

Vanessa von hearts and habits ist Schreib-Mentorin, Texterin und Wortliebhaberin. Zusammen mit ihren Kunden kreiert sie Konzepte und verfasst Texte für Websites, Blogs, Newsletter, eBooks und mehr. Dabei liegt es ihr besonders am Herzen, mehr Bewusstsein für die Kraft der Sprache, für persönliches Schreiben und eine gefühlvolle Selbstständigkeit zu schaffen.


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Photocredits: Anika Römer