So findest du deine Leidenschaft, wenn du dich für 1000 Dinge gleichzeitig interessierst.

Kennst du deinen Sinn des Lebens? Hast du die eine Sache gefunden, die du für den Rest deines Lebens vertiefen möchtest? Deine “Passion”?
Wir glauben, dass unser Leben einen plötzlichen Aufschwung bekommt, sobald wir endlich herausgefunden haben, was unsere Leidenschaft ist.

Nein, noch nicht gefunden?

Ich auch nicht, und das ist völlig ok.

Ich glaube nicht, dass wir einen Kurs machen können, auf ein Retreat fahren oder eine Weltreise machen und dann wissen, was unser Sinn des Lebens ist. Wissen, warum wir hier auf der Welt sind und in welche Richtung wir uns entwickeln wollen.

Jahrelang war ich auf der Suche nach meiner „Passion“ und richtig frustriert, dass ich noch nicht den Geistesblitz hatte. Ich beneidete Menschen, die seit ihrer Kindheit unbedingt „Koch“ oder „Musiker“ werden wollten und es auch wurden.

Schon als Kind saß ich heulend bei meiner Mutter auf dem Schoß und war traurig, dass in allem gut war, aber nirgendwo sehr gut drin – ich habe geweint, weil ich keine Leidenschaft hatte. Ich dachte, dass mit mir was nicht stimmt.

Meine Überzeugung war, dass ich nur glücklich werde, wenn ich diesen EINEN Grund gefunden habe, warum ich hier bin.

Durch Barbara Sher wurde ich zum ersten Mal mit dem Konzept von „Scannern“ vertraut. Im 6. Kapitel ihres Buches “Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will” beschreibt sie, was Scanner ausmacht.

Hier frei übersetzt aus der englischen Version:

Scanner sind Menschen, die sich für viele Dinge interessieren und diesen auch nachgehen, ohne sich auf ein Thema zu spezialisieren.

“Scanner wollen alles probieren. Sie lieben es etwas über den Aufbau einer Blume zu lernen und sie lieben es mehr über Musiktheorie zu erfahren. Und die Abenteuer beim Reisen. (…) Für Scanner ist das Universum eine Schatzkammer voller Kunstwerke und das Leben reicht kaum aus, um alle anzuschauen. (…)
Weil unsere Gesellschaft Menschen wertschätzt, die sich sehr tief in ein Thema vertiefen (Barbara nennt diese Menschen “diver”), denken wir häufig über Scanner, dass sie Menschen sind, die einfach nichts gebacken bekommen. (…)
Wenn du ein Scanner bist, hast du herausragende und wunderbare Fähigkeiten. Du liebst das Neue, du hast nicht zu viel Angst und bist beim Machen. Du bist ein blitzschneller Lerner, interessiert an allem, was du noch nicht verstehst und du respektierst jegliche Denkweisen.”

Die größte Hürde von Scannern ist, dass sie denken, dass sie sich für eine Sache entscheiden müssen. Scanner fühlen sich schlecht, weil sie sich nicht entscheiden können, welche EINE Sache sie im Leben verfolgen sollen.

Als ich dieses Kapitel in dem Buch las, fiel ein massiver Stein vom Herzen.
Zum ersten Mal sagte mir jemand: “Es ist ok, dass du nicht weißt, was du bis ans Ende deiner Tage machen willst.”

Seitdem freue ich mich vor allem darüber, dass ich hier bin und die ganzen Erfahrungen machen kann, die das Leben zu bieten hat.

Du möchtest herausfinden, ob du ein Scanner bist?

Hier sind einige Aussage, die Barbara Sher gesammelt hat, um Scanner zu erkennen:

  • “Ich kann nie nur eine Sache durchziehen.”
  • “Ich weiß, ich sollte mich auf eine Sache konzentrieren, aber auf welche?”
  • “Ich verliere schnell das Interesse in Dinge, von denen ich dachte, dass sie mich für immer faszinieren werden.”
  • “Mir wird langweilig, sobald ich eine Fähigkeit beherrsche.”

Ich persönlich vertraue darauf, dass sich alles am Ende zu einem großen Ganzen fügen wird.
Ich laufe immer in die Richtung, auf die ich gerade Lust habe, nehme eine Ziel für eine gewissen Zeit vor und stehe dazu, bis ich merke, dass es Zeit ist wieder in eine andere Richtung zu gehen.

Du brauchst nicht die eine große Leidenschaft, wenn du für viele Dinge brennst.

gegen den Anspruch seine Passion klar zu wissen

Ich sehe das Leben als Protoypen. Immer wieder gestalten, ausprobieren, lernen. Nur wenn du handelst erfährst du, was dich morgens aus dem Bett treibt und was du in Zukunft bleiben lassen kannst.

Es ist trotzdem kein täglicher Zick-Zack-Lauf sondern eher ein Etappenlauf. Das Handeln während der Etappe bleibt konsequent, damit die Handlungen nicht von der täglichen Stimmung oder dem Wetter oder etwas anderem abhängen.

So kannst du nach jeder Etappe entscheiden, wie es weitergeht.

Hast du deine Passion schon gefunden?

An alle Scanner: Wie gehst du damit um, dass du dich für viele Dinge interessierst?

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